Cornwall 2026 mit Edgar

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Froschvater
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Cornwall 2026 mit Edgar

Beitrag von Froschvater » Do 13. Aug 2026, 10:25

Unsere 2026er-Urlaubsreise konnten einige sicher gut über den WA-Status verfolgen - wir haben uns erneut für die britische Insel interessiert.
Nachdem wir 2024 mit unserer Schottland-Runde ganz zufrieden waren, stand eigentlich fest, dass wir irgendwann mal wieder ins Königreich fahren werden. Letzten Sommer, nachdem wir Dänemark kurz besucht hatten, begannen unsere Planungen für die zweite Tour auf die große Insel. Diesmal sollte es in den Süden, den Südwesten, und ganz konkret nach Corwall gehen.

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In dem Fall gehört, wie so oft, auch der Weg zum Ziel. Für die Grafschaft Cornwall habe ich mir über mehrere Monate aus verschiedenen Quellen die für uns interessantesten Ziele rausgesucht. Da es vom britischen Fährhafen bis dorthin einige Kilometer (450) oder Meilen sind, versuchte ich entlang dieses Weges auch etwas Sightseeing einzuplanen.

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In Vorbereitung der Reise habe ich mich erneut beim britischen Caravanclub angemeldet. Die Mitgliedschaft dort kostet 79,-€ für ein Jahr und ermöglicht neben der superbequemen und z.T. vergünstigten Buchung der Campingplätze auch bessere Preise für die Fährfahrten.
Außerdem habe ich natürlich ein Visum für uns beide beantragen müssen, was p.P. auch etwa 50€ (für zwei Jahre) kostet. Und für die Niederlande habe ich mir im Vorfeld eine Mautbefreiung ausstellen lassen, was gar kein Problem war (kostenlos). Damit sollten alle (bekannten) Hindernisse aus dem Weg geräumt sein.

Ach ja, für die paar Kilometer in Frankreich brauchten wir noch die Engel-Aufkleber. Ich habe mir die als Magnet gebastelt, damit sie schnell dran, ab und wiederverwendbar sind.

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Und los ging es eines späten Nachmittags zuerst über Paderborn, Dortmund und Duisburg bis zur holländischen Grenze, wo wir in Wachtendonk übernachteten. Das waren die ersten 400km.
Am nächsten Tag durchquerten wir Holland und Belgien bis nach Frankreich, wo wir von Dünkirchen mit der Fähre nach Dover übersetzen sollten. Mit einer kleinen Umleitung wegen eines Unfalls waren das auch nochmal 350km.
Man hat für die kürzeste Überfahrt im Grunde die Wahl zwischen zwei Fährhäfen: Dünkirchen und Calais. Beide führen nach Dover mit einer Fährzeit von knapp 2 Stunden. Die Fähren kosten in etwa das gleiche. In unserem Fall knapp 200,-€ je Richtung (man bekommt das sicherlich etwas günstiger, wenn man entsprechend frühzeitig bucht. Wir haben jeweils kurz vor der Abfahrt gebucht.) Den alternativen Tunnel unter dem Kanal haben wir abgewählt. Der ist zwar wesentlich schneller, kostet aber deutlich über 300,-€ für so einen wie Edgar.

Die Grenzkontrolle zur Ausreise aus der EU ist bekanntermaßen etwas strenger als im Schengen-Raum. Da Edgar irgendwie ein sympathischer Kerl zu sein scheint, wurden wir regelrecht durchgewunken. Ein gutes Gefühl!

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Und so waren dann an einem Samstagmorgen auf den geliebten Straßen Englands ...

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Unser erstes Ziel erreichten wir bereits um 07:30 Uhr, wodurch wir hier gleich etwas mehr zeit verbringen konnten. Die "Seven Sisters" sind eine Reihe von Kreidefelsen, etwa 1 Stunde westlich von Dover. Sie sind durchaus vergleichbar mit dem bekannten Kreidefelsen auf Rügen, jedoch in der Ausdehnung viel größer. Und sie scheinen auch stabiler zu sein, weil es nicht die massiven Abbrüche wie auf Rügen gibt.

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Am frühen Nachmittag besuchten wir noch das Arundel Castle in der gleichnamigen Stadt. Wie in so vielen Schlössen Britanniens haben sich auch sämtliche Promis über die jähre die Klinke in die Hand gegeben. Na und nun auch wir :-)

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Unser heutiges Tagesziel lag dann in einem Naturpark, gut 300km von Dover entfernt.

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Hier im Süden Englands ist es ähnlich wie in Schottland. Es gibt im Grunde keine Möglichkeit irgendwo frei zu stehen oder wild zu campen. Parkplätze sind regelmäßig mit den Schildern versehen "no overnight" - keine Übernachtung. Dem Vernehmen nach wird das auch kontrolliert und geahndet. Darum haben wir bis auf zwei oder drei Nächte immer auf offiziellen Campingplätzen übernachtet. Die Preise dafür sind sehr unterschiedlich und entsprechen dem jeweiligen Comfortangebot. Es beginnt bei 10 Pfund (Wiese mit Dixi) und endet bei gut 60 Pfund (Duschen, Waschmaschinen, Pool, Pub, Minigolf usw.).

Gleich noch eine nette Anekdote. Da der von mir im Vorfeld ausgesuchte (aber nicht vorgebuchte) Campingplatz ausgebucht war, hat die nette Betreiberin so lange rumtelefoniert, bis sie eine Möglichkeit auf einem anderen Platz für uns gefunden hatte. Das empfanden wir als nicht selbstverständlich, es passt aber zu unserer Erfahrung mit den Briten, die immer nett, freundlich und hilfsbereit sind.

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Re: Cornwall 2026 mit Edgar

Beitrag von FamilieJacobs » Do 13. Aug 2026, 11:14

Super👌
Es grüßen Nicole, Freddy, Ida, Ludwig und Christian!
Life is too short to drive boring cars :mrgreen:

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Re: Cornwall 2026 mit Edgar

Beitrag von schulz-liesten » Do 13. Aug 2026, 15:48

Schöner Bericht.
Gruß aus dem Urlaub...ohne LKW :o
Ja,ich darf das :mrgreen:
Hier wird der Diesel noch mit viel Liebe verbrannt und das nicht zu wenig!!!

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Froschvater
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Re: Cornwall 2026 mit Edgar

Beitrag von Froschvater » Fr 14. Aug 2026, 08:57

Unsere erste Nacht in England haben wir wunderbar geschlafen. Der Campingplatz, mitten im New Forrest Nationalpark, bot die absolute Ruhe. Ringsum ein Meer von Nichts ...

Den heutigen Sonntag wollten wir zunächst für ein kleines Kulturprogramm, aber auch für ein paar weitere Meilen mit Edgar nutzen. Unser erstes Ziel war Hurst Castle.

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Die Vielfalt der Schlösser, Burgen und Festungen in England kann viele Menschen begeistern. Hier an einer Meerenge zur Insel Wright findet man wieder gute Belege für die Begeisterung der Briten für ihre eigenen Schlachten und Kriege. Hurst Castle war über mehrere Hundert Jahre eine wichtige Festung und wurde bis zum Ende des zweiten Weltkriegs sehr aktiv genutzt. Die Lage am Kanal war natürlich strategisch sehr wichtig für die Verteidigung und auch den D-Day.

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Am Nachmittag ging es dann noch mal 200km weiter in Richtung Westen - auf wunderbaren Landstraßen:

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Die Situation mit den Campingplätzen haben wir an dem Tag nochmal neu kennengelernt. Ich hatte wiederum nichts reserviert und wir sind einfach zu einem Platz des Caravanclubs gefahren. Leider war da die Rezeption nach 18:00 Uhr bereits geschlossen und die noch anwesenden Mitarbeiter konnten/wollten uns nicht auf den Platz lassen. Das wäre eine Anweisung von oben ...
Aber sie waren sehr nett und freundlich ... und hilfsbereit. Sie haben, genau wie gestern schon, in der Umgebung rumtelefoniert und uns einen schönen "Farm-Site" empfohlen.

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Diese "Farm-Site"-Plätze sind saisonal geöffnete Campingplätze auf Bauernhöfen. Das kannten wir noch nicht, werden es aber noch öfter nutzen. Je nach dem sind diese Plätze mehr oder weniger gut ausgestattet. Hier in dem Fall der "Twelf Oaks" gab es eigentlich alles. Neben einem sehr sauberen Duschhaus bot ein Imbiss mit Biergarten auch etwas zum Abendessen an.

Am Montag wollten wir dann endlich unser Ziel die Grafschaft Cornwall erreichen. Cornwall beginnt "offiziell" bei der Stadt Plymouth, wenn man über die Tamar-Brücke fährt.

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Diese Brücke ist übrigens eine von den ganz wenigen Mautpflichtigen Brücken in Großbritannien. Ich fand vor unserer Reise heraus, dass die Maut lediglich in der Gegenrichtung erhoben wird. Dadurch konnten wir kostenlos rüberfahren.

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Unsere Rückreise hatte ich so geplant, dass wir einen anderen Weg fuhren.
Insgesamt war das aber ein gutes Gefühl Cornwall zu erreichen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass bei Edgar ein kleines Problem an der Einspritzpumpe aufgetreten ist. Bereits am ersten Tag kam da Öl aus dem Überlauf der Selbstgeschmierten. Mangels Langzeiterfahrung mit dem Problem war ich da schon etwas angespannt. Aber wir hatten diese Etappenziel erreicht!

Am Nachmittag schauten wir uns noch ein paar Steinkreise und andere sehenswerte Orte an.

The Hurlers Stone Circle:
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Eine von hunderten alten Minen:
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Trethevy Quoit - ein Steingrab aus dem Mittelalter:
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Duloe Stone Circle:
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Es gab auch Schafe, die sich von Edgar beschatten lassen haben. Der Sommer in Cornwall war wirklich richtig doll, was wir in den 3 Wochen sehr genossen haben. Insgesamt war es aber ungewöhnlich warm und trocken.

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Zum Abend hin erreichten wir wieder einen regulären Campingplatz nahe der Stadt Looe, den ich nachmittags über die Caravanclub-App hatte. Es ist mit dieser App sehr bequem, alle Daten sind hinterlegt und die Bezahlung erfolgt auch über die App. Wenn man zum Campingplatz kommt, zeigt man nur die Mitgliedskarte in der App und das war es dann auch schon. Es müssen keine Formulare ausgefüllt oder Ausweisdokumente vorgelegt werden.

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Cornwall 2026 mit Edgar

Beitrag von Froschvater » Mo 17. Aug 2026, 15:33

Inzwischen ist Tag 6 unserer Reise angebrochen und wir haben etwa 1.400km hinter uns gebracht. Damit ist die Anreise quasi abgeschlossen und unsere Tagesetappen werden deutlich kleiner ausfallen. Heute werden es ungefähr 70km sein.
Das erste Ziel an diesem Dienstag ist der Fowey Pretty Bus Stop. Das ist eine Bushaltestelle in einem wirklich völlig bedeutungslosen Ort. In dem Dorf gibt es eine Bushaltestelle und sicherlich auch andere Dinge. Aber die Einwohner haben dieser Bushaltestelle eine eigene Facebook-Seite gegönnt, um dem Ort wenigstens irgendeine Bedeutung zu geben.

Und da mussten wir erstmal hin und uns das ansehen:

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Ok, da war wirklich nicht viel los ...

Etwas spektakulärer ist da schon das Eden Project. Hier wurde etwas aus der Erde gestampft, was seines Gleichen sucht.

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Aus dem ursprünglichen Kalksteintagebau hat man einen touristischen Magneten gemacht. Diese wie Seifenblasen aussehenden Gebäude sind riesige Gewächshäuser. In zwei unterschiedlichen "Welten" sind hier einmal tropische und einmal mediterrane Pflanzen zu bestaunen.

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Ergänzt wird das alles mit unterschiedlicher Gastronomie und allerlei für die Kinder. Insgesamt hat uns das wirklich sehr gut gefallen.

Den späten Nachmittag verbrachten wir in den "Lost Gardens of Heligan", wo wir auf dem gleichnamigen Campingplatz auch übernachten konnten.

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Diese private Gartenwelt war Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben und dann ganz behutsam wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ursprünglich hat man hier Pflanzen aus aller Welt (die Briten sind als Kolonialmacht sind ja viel rumgekommen) gesammelt. Beeindruckend hier der nachgeahmte Regenwald.

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Am Mittwoch wollten wir eine der Teeplantagen besichtigen, was jedoch mangels passender Jahreszeit ausfallen musste. Die Plantage war nicht geöffnet, weil eben im Juli keine Tee-Ernte ist. Der Weg dahin über die Landstraßen forderte wieder alles. Vom Gegenverkehr.

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Solche Situationen hatten wir eigentlich jeden Tag in Cornwall. Normalerweise wissen die PKW-Fahrer auch, dass sie Platz machen müssen. Hier die beiden älteren Leute brauchten etwas länger, um das heraus zu finden. Letztlich sind sie die 200 oder 300 Meter dann rückwärts gefahren.

In der Stadt Truro gibt es eine sehr schöne Kathedrale, die wir auch unbedingt besuchten wollten. Diese Kirche beeindruckt außen wie innen.

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Solch Gebäude in hervorragendem Zustand findet man sehr oft in Großbritannien. Man legt auf die eigene Geschichte sehr viel wert, was auch in der personellen Besetzung zu erkennen ist. Historische Gebäude bieten in der Regel Führungen an, die oft kostenlos sind und von Ehrenamtlichen durchgeführt werden.

In Truro habe ich auch diese englische Spezialität probiert: Scones mit clotted Creame

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Wir haben auch gelernt, dass man in Cornwall zuerst die Marmelade auf das süße Brötchen schmiert „Jam as first“ und dann die Creme drauf macht (rechts auf dem Teller). Im restlichen England macht man erst die Creme und dann die Marmelade auf das Brötchen, so wie wir es hier auch machen würden (links auf dem Teller).

Nahe Truro übernachteten wir dann auf dem Campingplatz, der wiederum mit allem Luxus überzeugte. Gefahren sind wie heute etwas weniger als 40km.

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Und an dem Abend haben wir in der Campingplatzbar mit den Engländern etwas Fussball-WM geguckt. England hat 1:2 verloren und die Köpfe hingen entsprechend tief.

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Elron666
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Re: Cornwall 2026 mit Edgar

Beitrag von Elron666 » Di 18. Aug 2026, 06:43

Hallo Froschvater,
sehr schöner Reisebericht... bin schon ganz gespannt auf die Weiterreise...

abgegrüsst
Elron666 ;-)
Das Leben ist schon Hart und Gemein, aber ohne IFA noch viel Härter und Gemeiner ;)

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