Warum? Hier war es schön und auch etwas los.
Der Campingplatzbetreiber fand unseren Edgar anfangs zu groß für seinen Platz. Die Höhe würde die anderen Camper womöglich verschrecken, sagte er.
Aber er wollte dann erstmal wissen wie alt Edgar ist, was war das früher, kommt das von den Russen ... und so? Beim quatschen wurde er dann superfreundlich und zeigte mir seine Old- und Youngtimer, die er in der Scheune hatte. Zuerst ein BMW M3 Cabrio E46 im Traumzustand. Und daneben dann einen Land Rover Defender von dem alten Modell, das letzte Baujahr. Der hatte nur 78 Meilen auf dem Tacho - vom Händler bis nach Hause. Seit dem steht er hier wie ladenneu. "Das ist meine Rente" sagt er - und wir durften uns auf seiner riesigen Wiese einen freien Platz aussuchen.
Normalerweise steht man hier rechtwinklig zur Hecke. Wir durften anders stehen, damit wir vom Bett aus den Sonnenuntergang sehen konnten. Eine kleine Geste, die sehr treffend zur Freundlichkeit der Menschen hier in England passt.
Den zweiten Tag bei Land's End nutzten wir wieder für eine Wanderung auf dem Coast Path zur Sennen Cove. Das ist ein sehr beliebter Strand in einem kleinen Ort. Entsprechend der Beliebtheit gibt es hier neben allerlei Verköstigung auch Tauch- und Segelschulen. Wir waren nur etwas baden, bis uns die Sonne zuviel wurde.
Das Touristencenter bei Land's End versucht auf vielfältige Art interessant zu sein. Seit diesem Jahr finden an jedem Dienstag und Donnerstag mit Einbruch der Dunkelheit ein Feuerwerk und eine Drohnenshow statt. Ich weiß nicht genau, wie groß der Ansturm war, ich denke es waren gut 5.000 Zuschauer dort. Vielleicht wären auch noch ein paar mehr gekommen, wenn das Feuerwerk nicht ausgefallen wäre. Wegen der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Brandgefahr wurde es abgesagt und es flogen lediglich die beleuchteten Drohnen. Diese Flugshow wurde von passender Musik begleitet, was man auf dem Foto leider nicht sehen kann
Da es keinen Eintritt o.ä. kostet, hat sich auch niemand an dem reduzierten Programm gestört. Das passt zur allgemeinen Gelassenheit der Leute hier.
Am Freitag durfte Edgar wieder auf die Straße. In Richtung Norden entlang der Küste lagen kurze 20km vor uns. Eine kurze Fahrt, um dann wieder etwas mehr zu wandern. Natürlich auf dem Coast Path.
Zuerst fuhren wir aber noch zum Cape Cornwall, einer vorgelagerten Landzunge die vor allem für die Seefahrer wichtig ist.
Weiter ging es zu einem provisorischen Campingplatz, den wir günstig über unsere Clubmitgliedschaft buchen konnten. Ein wirklich kleiner Platz, insgesamt waren 5 Camper hier.
Mittags lagen wir am Strand in der Portheras Cove. Dieser Strand ist nur zu Fuß zu erreichen, wobei der Coast Path hier eher beschwerlich über Stock&Stein führt. Das Wasser und der Sand belohnen jedoch.
Die Sonne zog ihren Kreis und wir weiter zu einer alten Zinnmine. Von diesen Minen gibt es in der Gegend eine ganze Reihe, wobei die allermeisten inzwischen stillgelegt sind. Wir haben nur eine intakte Mine gesehen. Von den alten Minen gibt es ein paar, die man besichtigen kann. Oder das, was davon übrig geblieben ist.
Und der Freitag verabschiedete sich wieder mit letzten Sonnenstrahlen ...

"Wer sein Auto zu wichtig nimmt, macht es zum Laster." - Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger